Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Das musst du vorher prüfen
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Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Das musst du vorher prüfen

Deine neue Website ist fertig, sieht großartig aus – und Google findet sie plötzlich nicht mehr? Ein klassischer Grund beim Relaunch: Die alten Adressen deiner Seiten führen ins Leere. Mit einer Liste aller alten Adressen, sauberen Weiterleitungen und ein paar Kontrollen vor dem Start bleibst du sichtbar. Ich zeige dir, was du vorher prüfen musst, wie du es Schritt für Schritt umsetzt und worauf es nach dem Start ankommt.

Verliere ich bei einem Relaunch meine Google-Plätze?

Nicht automatisch, aber ohne Vorbereitung kann es passieren. Google beschreibt in seiner Anleitung zum Umzug einer Website mit Adressänderungen, dass es bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger dauert, bis die neuen Adressen die alten in den Suchergebnissen ersetzen. Eine Garantie für unveränderte Plätze gibt dir niemand.

Entscheidend ist eine Frage: Ändern sich die Adressen (URLs) deiner Seiten? Die URL ist die Internetadresse einer einzelnen Seite, zum Beispiel der Seite mit deinen Leistungen. Bleibt sie gleich, hat Google wenig zu lernen. Ändert sie sich, musst du Google den Umzug erklären. Dabei hilft dir die Search Console, Googles Werkzeug für Websitebetreiber, in dem du siehst, wie Google deine Seiten erfasst. Die Tabelle zeigt dir, was in deinem Fall zu tun ist.

Was ändert sich bei deinem Relaunch? Was Google braucht Was du tust
Nur Design und Texte, alle Adressen bleiben gleich Nichts Zusätzliches Alte und neue Adressen vergleichen, auch den Schrägstrich am Ende
Einzelne Adressen ändern sich Eine Weiterleitung von alt auf neu Weiterleitungsliste erstellen, interne Links anpassen
Seiten fallen weg Den Fehlercode 404 oder 410 Entscheiden: bewusst entfernen oder auf eine passende Seite weiterleiten
Du wechselst die Domain (den Namen deiner Website, zum Beispiel firma.at) Weiterleitungen plus Adressänderung in der Search Console Alte und neue Website in der Search Console bestätigen
Tablet mit handgezeichnetem Entwurf einer Website-Startseite für einen Relaunch

Was sind Weiterleitungen und warum sind sie so wichtig?

Eine Weiterleitung schickt jeden, der eine alte Adresse aufruft, automatisch zur neuen Seite – Besucher genauso wie Google. Laut Google haben dauerhafte Weiterleitungen (technisch 301 oder 308) keine negativen Auswirkungen auf den PageRank, also auf die Stärke, die eine Seite durch Verlinkung aufbaut. Ohne Weiterleitung führt die alte Adresse ins Leere.

Google empfiehlt, Weiterleitungen auf dem Server einzurichten. Das geht über die Serverdatei .htaccess (bei Apache-Servern), über Funktionen deines Redaktionssystems oder über eigenen Code. So sieht eine Weiterleitungsliste aus (die Adressen sind Beispiele):

Alte Adresse Neue Adresse Aktion
/webdesign-leistungen/ /leistungen/webdesign/ Dauerhafte Weiterleitung
/team/ /ueber-uns/ Dauerhafte Weiterleitung
/aktion-sommer-2019/ – Seite entfällt, Fehlercode 404 oder 410

Häufiger Irrtum: „Ich leite einfach alles auf die Startseite.“ Google rät davon ab, viele alte Adressen auf ein einziges, unpassendes Ziel wie die Startseite zu schicken. Jede wichtige alte Seite bekommt ihre passende neue Seite.

Leite außerdem direkt zum Ziel. Google rät, verkettete Weiterleitungen zu vermeiden, also den Weg alt, Zwischenstation, neu.

Meine Empfehlung: Leg die Weiterleitungsliste an, bevor die Entwicklung beginnt, nicht kurz vor dem Start. Dann weißt du früh, welche Seiten es weiterhin geben soll, und niemand baut Adressen um, die du gar nicht ändern musstest.

Was muss ich vor dem Start prüfen?

Vor dem Start brauchst du drei Dinge: eine Liste aller alten Adressen mit passendem neuem Ziel, eine neue Website, die nicht mehr für Google gesperrt ist, und eine Search Console, in der deine Website bestätigt ist. Alles andere ist Feinschliff. Die Checkliste führt dich durch.

  1. Alte Adressen sammeln. Google nennt Sitemaps, Server-Protokolle und Besucherdaten als Quellen. Dein Redaktionssystem kann die Adressen ebenfalls ausgeben. Denk auch an Bilder und PDF-Dateien. Beginne mit den wichtigen Seiten.
  2. Jeder alten Adresse ein neues Ziel geben. Das ist deine Weiterleitungsliste von oben.
  3. Interne Links anpassen. Links innerhalb deiner Website zeigen auf die neuen Adressen, nicht auf die alten. Jede neue Seite verweist außerdem per Canonical-Hinweis auf sich selbst. Das ist ein Vermerk im Quelltext, der Google sagt, welche Adresse die Hauptversion ist.
  4. Weggelassene Seiten prüfen. Seiten, die nicht umziehen, müssen auf der neuen Website den Fehlercode 404 oder 410 zurückgeben.
  5. Sperren entfernen. Google nennt als Fehler, dass noindex-Hinweise oder robots.txt-Sperren aus der Entwicklungsphase stehen bleiben. Das sind Anweisungen, die Suchmaschinen aussperren.
  6. Search Console vorbereiten. Bestätige die Website dort in allen Varianten (mit und ohne www, http und https). Bereite die neue Sitemap vor, die Übersicht deiner Seiten für Google. Was die Search Console sonst noch kann, steht im Beitrag zum KI-Bericht der Search Console.
  7. Messung einplanen. Baue den Tracking-Code deines Besucherzählers (zum Beispiel Google Analytics) in die neue Website ein. So misst du ab dem ersten Tag, wie sich die Besucherzahlen entwickeln. Google nennt das als Teil der Vorbereitung.
  8. Zeitpunkt wählen. Google empfiehlt eine Phase mit wenig Besuchern. Der Server muss außerdem mehr Besuche von Google verkraften als sonst.

Achtung: WordPress hat unter Einstellungen, Lesen das Häkchen „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ (siehe WordPress-Dokumentation zu den Lesen-Einstellungen, englisch). Es setzt einen noindex-Hinweis auf jede Seite. Wurde die Website von einer Testadresse auf die echte übertragen, kann das Häkchen mitwandern. Prüf es am Starttag als Erstes.

Was prüfst du nach dem Start?

Teste die Weiterleitungen sofort und beobachte danach die Search Console. Mit diesem Selbsttest bist du in 10 Minuten durch:

  1. Ruf deine zehn wichtigsten alten Adressen im Browser auf. Landest du jeweils auf der passenden neuen Seite?
  2. Prüf einzelne Adressen im URL-Prüftool der Search Console. Es folgt Weiterleitungen. Bei Seiten, die schon im Index stehen (Googles Verzeichnis aller bekannten Seiten), zeigt es dir außerdem die Canonical-Adresse, die Google gewählt hat. Ob du auf der richtigen Seite landest, siehst du aber am besten in Schritt 1.
  3. Reich die neue Sitemap in der Search Console ein.
  4. Ruf eine bewusst weggelassene Seite auf. Sie muss eine Fehlerseite mit dem Code 404 oder 410 zeigen.
  5. Prüf, ob dein Besucherzähler die neue Website zählt. Ruf dazu eine Seite auf und sieh nach, ob der Besuch in deiner Auswertung erscheint.

In den folgenden Wochen vergleichst du im Sitemaps-Bericht und im Bericht zur Indexierung, ob sich der Index (das Verzeichnis der Seiten, die Google kennt) verschiebt. Mit der Zeit sollen es laut Google weniger alte und mehr neue werden. Achte auf neue Fehlermeldungen. Panik in der ersten Woche brauchst du nicht, Google spricht selbst von mehreren Wochen. Aber ein gesperrter Bereich oder eine kaputte Weiterleitung gehört sofort repariert.

Gut zu wissen: Google empfiehlt, die Weiterleitungen möglichst lange zu behalten, mindestens ein Jahr. Schalte sie nicht zu früh ab, denn Links von anderen Websites zeigen womöglich weiter auf die alten Adressen.

Mein Rat: Streich oder kürze keine Seiten, die heute gut gefunden werden, nur weil sie nicht ins neue Design passen. Ehrlich gesagt: Brauchst du nur ein frisches Design, ändere keine Adressen. Das ist die sicherste Variante und spart dir die Weiterleitungsliste. Auch einen Adressen-Umbau „nur der Optik wegen“ kannst du dir sparen. Bei kleinen und mittleren Websites rät Google, alle Adressen auf einmal umzustellen. Große Websites können Bereich für Bereich umziehen.

Relaunch planen, bevor die erste Seite gebaut wird

Der beste Zeitpunkt für die Adressliste ist vor dem Entwurf. Wenn du einen Relaunch planst und wissen willst, welche Adressen bei dir betroffen sind, schick mir deine Projektanfrage. Mehr zu Webdesign und zur Suchmaschinenoptimierung findest du auf meinen Leistungsseiten. Wie ich eine Website technisch durchleuchte, steht in der Technischen SEO-Analyse.

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

Muss ich Google über die neue Website informieren?

Ja, aber nur über die Search Console. Reich die neue Sitemap ein und bestätige alle Varianten deiner Website. Nur bei einem Wechsel der Domain oder Subdomain (eines Zusatzes vor dem Namen, etwa shop.firma.at) brauchst du zusätzlich die Adressänderung in der Search Console. Bei einem Wechsel von http auf https ist sie nicht nötig.

Wie lange dauert es, bis Google die neue Website verarbeitet hat?

Bei mittelgroßen Websites dauert es nach Googles Angaben einige Wochen oder länger, bis Google nach und nach die neuen Adressen statt der alten anzeigt. Bei größeren Websites kann es länger dauern. Beobachte in dieser Zeit die Search Console und behebe Fehler sofort.

Was passiert mit Seiten, die ich beim Relaunch weglasse?

Sie sollten den Fehlercode 404 oder 410 zurückgeben. Das empfiehlt Google für Inhalte, die nicht auf die neue Website umziehen. Gibt es eine inhaltlich passende neue Seite, leite besser dorthin weiter. Wichtig ist nur: Leite nicht blind auf die Startseite.

Was passiert mit alten Links von anderen Websites?

Sie funktionieren weiter, solange die Weiterleitung steht. Wer auf deine alte Adresse verlinkt, landet automatisch auf der neuen Seite. Google empfiehlt zusätzlich, die Betreiber wichtiger Websites zu bitten, den Link auf die neue Adresse zu ändern.

Wie lange müssen die Weiterleitungen bleiben?

Mindestens ein Jahr, besser länger. Das empfiehlt Google ausdrücklich. Es gibt keinen Grund, sie früher abzuschalten: Solange alte Links existieren, nützt dir die Weiterleitung.

Soll ich beim Relaunch gleich alle Seiten umbenennen?

Nein, ändere nur Adressen, wo es wirklich nötig ist. Jede geänderte Adresse braucht eine Weiterleitung und ist eine mögliche Fehlerquelle. Bleibt eine Adresse gleich, muss Google nichts neu lernen. Das senkt dein Risiko.

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